Erfahrung zeigt sich in
der Umsetzung
Sicherheitsfragen sehen in jedem Unternehmen anders aus. Mal geht es um einen konkreten Vorfall, mal um kritische Abhängigkeiten, regulatorische Anforderungen oder die Frage, ob bestehende Strukturen im Ernstfall tatsächlich funktionieren.
Einige Beispiele aus meiner Arbeit:
«Wir wurden angegriffen»
Ein Unternehmen meldet am Morgen einen möglichen Social-Engineering-Angriff.
08:15 Uhr:
Ein Mitarbeiter erhält einen ungewöhnlichen Anruf.
09:10 Uhr:
Ein Lieferant meldet eine verdächtige E-Mail.
10:30 Uhr:
Vertrauliche Informationen tauchen bei einem Wettbewerber auf.
11:15 Uhr:
Ein Journalist ruft an.
12:00 Uhr:
Die Geschäftsleitung muss entscheiden.
Ab 09:30 Uhr
unterstützte ich die Geschäftsleitung dabei, die Situation einzuordnen,
Verantwortlichkeiten und Meldewege zu klären sowie Entscheidungen und
Kommunikation zu koordinieren.
Ein solcher Vorfall zeigt, weshalb Wirtschaftsschutz mehr ist als technische Sicherheit:
Unter Zeitdruck müssen Menschen, Organisation, Führung und Sicherheit zusammenspielen.
Die erste Sicherheitsbarriere: der Empfang
Der Empfang eines Unternehmens ist offen und serviceorientiert. Genau das kann ihn für Social Engineering interessant machen.
Gemeinsam wurden die bestehenden Abläufe überprüft und konkrete Massnahmen für den Alltag festgelegt. Im Mittelpunkt standen Besucheridentifikation, Lieferanten, Zutrittsregeln, die Begleitung externer Personen, der Umgang mit unbekannten Mitarbeitenden und die Herausgabe interner Informationen.
Entscheidend war dabei nicht, den Empfang zu einer Festung zu machen. Die Mitarbeitenden sollten ungewöhnliche Situationen erkennen und wissen, wie sie angemessen reagieren können.
Wenn ein zentrales System zwei Tage ausfällt
Was passiert, wenn ein geschäftskritisches Planungssystem plötzlich nicht mehr verfügbar ist?
Kann der Betrieb manuell weitergeführt werden? Welche Daten fehlen? Welche Kunden sind betroffen? Und ab welchem Zeitpunkt wird der Ausfall kritisch?
Im Rahmen des Business Continuity Managements werden solche Abhängigkeiten sichtbar gemacht und priorisiert. Das Ergebnis sind realistische Wiederanlaufziele und Klarheit darüber, was im Ereignisfall zuerst geschehen muss.
Wenn Wissen an zwei Personen hängt
Nur zwei Mitarbeitende beherrschen einen geschäftskritischen Prozess vollständig. Solange beide verfügbar sind, fällt diese Abhängigkeit kaum auf.
Mögliche Massnahmen reichen vom Aufbau einer Stellvertretung über die Dokumentation des Wissens und gezielte Ausbildung bis zu einem definierten Notfallprozess.
Das Ziel ist nicht zusätzliche Bürokratie, sondern eine Organisation, die auch dann funktioniert, wenn einzelne Personen ausfallen.
Erfahrung aus der Bahnindustrie
Ein wesentlicher Teil meiner beruflichen Erfahrung stammt aus einem Umfeld, in dem Sicherheit, klare
Verantwortlichkeiten und regulatorische Anforderungen zum täglichen Geschäft gehören.
BauRail AG
Aufbau eines Sicherheitsmanagementsystems (SMS) als Grundlage für eine fünfjährige Zulassung.
Train Charter Services GmbH
Einführung des Sicherheitsmanagementsystems im Zusammenhang mit der Gründung des Unternehmens in der Schweiz und einer fünfjährigen Zulassung für den Betrieb in sechs europäischen Ländern.
Anschlussgleise und interner Bahnbetrieb
Begleitung und Unterstützung mehrerer grosser Schweizer Unternehmen beim sicheren Betrieb eigener Bahnanlagen und Anschlussgleise.
Unfälle und Unregelmässigkeiten
Abklärungen und Gutachten nach Unfällen und Unregelmässigkeiten im Bahnbetrieb mit dem Ziel, Ursachen zu verstehen und geeignete Massnahmen abzuleiten.
Was diese Projekte verbindet
Ob Social Engineering, Business Continuity oder Bahnbetrieb:
Die Ausgangslagen unterscheiden sich. Der Grundgedanke bleibt derselbe.
Verstehen, was tatsächlich passiert. Risiken einordnen. Verantwortlichkeiten klären. Und Lösungen entwickeln, die im Alltag funktionieren.
Deshalb beginnt meine Beratung nicht mit einer fertigen Lösung, sondern mit Ihrer konkreten Ausgangslage.
